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Der Tibet-China Konflikt
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Flagge und Hymne von Tibet Die Geschichte des Konfliktes Flagge und Hymne von China


Die Bevölkerung stammt wahrscheinlich aus dem Huang-He-Tal und dem zentralasiatischen Raum, in dem die nomadischen Turkvölker lebten. Bis zum 6. Jahrhundert war Tibet in Fürstentümer unterteilt. Srong-brtsan-sgam-po vergrößerte seine Militärmacht bis nach Nepal, Westtibet und über Teile Indiens und ging durch Heirat eine Verbindung mit der chinesischen Tang-Dynastie ein. Er förderte den Buddhismus und übernahm aus Indien eine Schrift für das Tibetische. Im 7.Jahrhundert versuchten tibetische Streitkräfte nach China einzudringen. 763 drangen tibetische Truppen nach China ein und besetzten das heutige Xian. In dieser Zeit fand die größte Verbreitungswelle für den Buddhismus unter dem König Khri-srong-lde-brtsan statt. Zum Ende des 10. Jahrhunderts zerfiel das tibetische Königreich wieder in kleine Fürstentümer. Ab dem 13. Jahrhundert wurde Tibet immer mehr von China beeinflußt, erst kulturell und ab dem 18. Jahrhundert auch politisch. Ende des 19 Jahrhunderts schaffte es Tibet, sich unter der politischen und geistlichen Führung des DALAI LAMA vom chinesischen Einfluß zu befreien und kapselte sich von der Außenwelt ab. Die Briten sicherten durch die Kontrolle des Himalayas von Indien aus die freiwillige Isolation Tibets. Im Jahre 1914 beschlossen Indien, Großbritannien und Rußland die Unabhängigkeit Tibets. China erkannte dies nie an. Tibet wurde geteilt, das nördliche "Innere Tibet" kam zu China, das Hochland "Äußeres Tibet" wurde "von der Hauptstadt Lhasa aus formal als indirektes britisches Protektorat" (Z1) unabhängig verwaltet. Der chinesische Führer TSCHANG KAITSCHEK versuchte vergeblich, Mitte der dreißiger Jahre die Obermacht über ganz Tibet zu gewinnen. Nach dem Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg 1950  meldeten diese erneut ihren Anspruch auf Tibet an und verstärkten den Druck auf den DALAI LAMA.
Ende Oktober 1950 drangen chinesische Soldaten in Tibet ein. Die nur 10.000 Mann starke tibetische Armee konnte die mit neuesten Waffen ausgerüstete chinesische Armee nicht aufhalten. Die Chinesen drangen erst im Dezember bis 250 Kilometer vor Lhasa vor. Ihr Aufmarsch wurde durch Temperaturschwankungen von -40 bis +35 C und das Überschreiten 5000 Meter hoher Bergpässe erschwert. Der DALAI LAMA wurde nach Peking zu Verhandlungen gerufen. Am 23. Mai 1951 wurde ein Abkommen beschlossen, welches die Eingliederung Tibets zu China vorsah. Tibet sollte seine Autonomie behalten, der DALAI LAMA seine geistliche und politische Funktion behalten. Zusätzlich sollte kein Anhänger des Lamaismus verfolgt werden, und die Buddhistischen Traditionen sollten geachtet werden. In der Außenpolitik wurde Tibet nun von Peking vertreten. Zur Durchsetzung dieser Forderungen blieben 50.000 Besatzungssoldaten in Tibet zurück. Das Bildungs- und Gesundheitswesen wurde deutlich erhöht. Aber der Lamaismus wurde in seiner Bedeutung bewußt zurückgedrängt. Unter unmenschlichen Bedingungen sollten 65.000 tibetische Arbeiter beim Bau einer Straße von Sinkiang und Szechwan nach Lhasa ums Leben gekommen sein. Durch die Zwangsarbeit und die Auflösung der lamaistichen Klöster bildete sich ein Widerstand, den die chinesiche Regierung durch Umsiedlungsprogramme stoppen wollte. Es wurden Tibeter in China angesiedelt und Chinesen in Tibet.
Durch diese Maßnahme entstand ein Guerillakrieg, der von der tibetischen Bevölkerung unterstützt wurde. Nach Demonstrationen in den größten Städten Tibets gegen die Besatzer brachen starke Unruhen aus. Die Chinesen griffen Klöster und auch den Sitz des DALAI LAMAs an, der nach Indien ins Exil flüchtete. Nach der Ausrufung des Kriegsrechts am 22.März 1959 waren die Straßenkämpfe, die von tibetischen Mönchen aktiv unterstützt wurden, in Lhasa beendet, in Gjanggtse, der zweitgrößten Stadt Tibets, aber noch nicht. Hier konnten die Aufstände erst Ende April durch die überlegene Besatzerarmee beendet werden. Es starben 2.000 Tibeter, 4.000 Tibeter wurden gefangengenommen.
Eine Verfolgung des tibetischen Adels begann und die Regierung wurde von einem chinesischem Militärgouverneur übernommen. Tausende Tibeter flüchteten in die Nachbarländer.
Die Beziehungen zwischen Indien und China verschlechterten sich, und es kam zu Grenzkonflikten, die 1962 einen Grenzkrieg auslösten.
Der Druck Chinas auf Tibet ließ erst Ende der 70er Jahre nach. Der 1964 seines Amtes enthobene DALAI LAMA wurde erst 1978 von den Chinesen wieder zugelassen. China forderte ihn mehrmals zur Rückkehr nach Tibet auf. 1980 gab China zu, in Tibet Fehler gemacht zu haben. Es wurden Reformen angekündigt, die Religionsausübung gestattet und die von den "Roten Garden" zerstörten Klöster wieder aufgebaut.
Die gewaltsamen Demonstrationen im Oktober 1987 und im Mai 1993 gegen die Führung Chinas hatten neue Repressionen zur Folge, rigorose Überwachung, strengste Kontrolle religiöser Aktivitäten und weitere Ansiedlungen von Han-Chinesen. Erstmals nach zehn Jahren im August 1993 fanden Gespräche zwischen Vertretern des DALAI LAMAs und der chinesischen Regierung statt, die aber zu keinen Veränderungen führten. In den folgenden Jahren setzte China seine Haltung zu Tibet fort. Im September 1994 wurde in Peking ein Entwicklungsprogramm bekannt gegeben, nachdem der Lebensstandard in Tibet an den in China herangeführt werden sollte. Im April 1996 wurde bekannt gegeben, dass bei buddhistischen Versammlungen keine Bilder des DALAI LAMAs gezeigt werden dürfen.




Zeitleiste

23. Mai 1951 "17-Punkte-Abkommen" sah die Eingliederung Tibets in die Volksrepublik China vor unter Wahrung der regionalen Autonomie (keine Anhänger des Lamaismus werden verfolgt, Traditionen der buddhistischen Religion werden geachtet). Die sozialen und politischen Reformen wurden durch 50.000 chinesische Besatzungssoldaten überwacht. Das Gesundheits- und Bildungswesen wurde erheblich verbessert, doch mit dem sozialen und gesellschaftlichen Reformen wurde bewußt die gesellschaftliche Bedeutung des Lamaismus zurückgedrängt. Tausende Tibeter wurden zu Zwangsarbeit verpflichtet, und lamaistische Klöster wurden enteignet bzw. aufgelöst. Tibeter wurden nach China deportiert und etwa 7 Millionen Chinesen angesiedelt.
1956 Die Kämpfe eskalierten und drangen bis 1958 bis vor die Hauptstadt Lhasa vor.
März 1959 Aufstand und Demonstration der Tibeter gegen die Chinesen. "Dalai Lama" geht nach Indien ins Exil und bildet eine Exilregierung.
1964 Die chinesische Zentralregierung erklärte den Dalai Lama und den Pantschen Lama als abgesetzt.
1965 Tibet wurde offiziell der Status einer Autonomen Region der Volksrepublik China eingeräumt.
Ab 1980 Peking gewährte den Tibetern einige Liberalisierungen. (Steuernachlässe, Mitbestimmungsrechte in den Betrieben, Liberalisierung des Handels, Tibetisch wurde wieder Unterrichtssprache). Dalai Lama wurde die Rückkehr angeboten, wenn er die Forderung nach einem unabhängigen Tibet aufgeben würde.
1982 Der Pantschen Lama nahm Residenz in Lhasa.
Herbst 1987 In der Hauptstadt kam es zu blutigen Unruhen, als Lama-Mönche für die Trennung Tibets von China demonstrierten.
5. März 1988 Demonstrationen für die Unabhängigkeit begannen wieder.
1989 Mehrtägige heftige Unruhen. Die chinesische Regierung verhängte das Kriegsrecht über Lhasa.
1. Mai 1990 Das Kriegsrecht wurde aufgehoben. Dalai Lama wurde erneut zur Rückkehr nach Tibet aufgefordert, man bot ihm sogar Unabhängigkeitsgespräche an. Das Oberhaupt der Tibeter forderte sein Land, in dem mittlerweile sieben Millionen Chinesen und sechs Millionen Tibeter leben, auf eine Volksbefragung, in der über Unabhängigkeit, Autonomie und Zugehörigkeit zu China abgestimmt werden soll, zu unternehmen.

Diese Zeitleiste ist aus dem Internet (http://www.hls.sha.bw.schule.de/konflikt/index.htm)
 

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